Auszug aus der Vereinsgeschichte 

Bereits etliche Jahre vor der Gründung des Fussballcubs spielten wir Burschen und Schüler schon Fussball. Als Terrain wurden frisch gemähte Matten in Oberdorf und Niederdorf beschlagnahmt, deren Besitzer aber kein Verständnis für unser Hobby hatten, was wohl begreiflich war. Mehr als einmal mussten wir unsere Siebensachen zusammenpacken, wenn ein Landeigentümer mit Hund und Peitsche anrückte.

Diese Aufnahme wurde irgenwo auf dem Seltisberg im Jahre 1931 aufgenommen. Also unmittelbar vor der Gründung !

 

stehend von links: Schweizer Fritz, Meier Karl, Hohler Fritz, Schmutz Werner, Stebler Georges, Schweizer Hans, Dettwiler Ernst
mittlere Reihe: Thommen Friedrich, Heckendorn Robert, Jacot Marcel, Jauslin, Jäggi Hermann.
kniend von links: Hiller Paul, Mangold Hans, Waldner Hermann.

Endlich war es soweit, als wir Initianten ehemalige hier ansässige Fussballer für unsere Sache gewinnen konnten. Am Montag, den 27. November 1933 stimmten 22 von 25 Anwesenden im Hotel Eidgenossen der Gründung des FC Oberdorf zu. Drei Schüler durften altershalber an der Versammlung nicht teilnehmen, so verfügte richtigerweise der Tagespräsident. Am Schluss der Sitzung waren die Ausgeschlossenen ebenso gut informiert, denn sie hatten hinter der Türe zugehört. Zwei Kommissionen wurden gewählt, welche sich um die Platzfrage und die Statuten kümmern mussten. Die vorgeschlagenen Jahresbeiträge für Aktive Fr. 6.-und Fr. 4.- für Passiv-Mitglieder wurden angenommen. Die Herren Binz Ernst, Müller Paul und Schaub Franz, mit Vereinserfahrungen, haben sich in den Anfangsjahren des Clubs sehr stark engagiert. Schaub Franz wurde an der dritten Vereinsversammlung zum ersten Präsidenten des FC Oberdorf gewählt. Die Platzfrage konnte Dank bestehenden guten Beziehungen zwischen Herrn Willy Rudin und dem Club einerseits und dem Besitzer der Juraquelle andererseits, relativ rasch gelöst werden.

Für die gepachtete Badmatte, auf der grosse Erdbewegungen bewältigt werden mussten, bezahlten wir einen Jahreszins von Fr. 300.-, eine beträchtliche Summe Geld für die damalige Zeit. In 2750 Regiestunden konnten wir ein einigermassen spielbares Feld, mit den absoluten Minimalmassen von 80x45 m, erstellen. Zwei Ballfänger, aus alten Telefonstangen und Abbruchdrahtgeflecht (alte Fuchsfarm) komplettierten die Anlage. In Anbetracht der leeren Kassen wurde an Stelle von Spezialrasensaatgut gewöhnliche Heublume angesäht. Während den Platzarbeiten wurde aus dem Rucksack verpflegt.Gross war die Freude, wenn hin und wieder ein uns Gutgesinnter ein paar Flaschen Jurasan spendierte. Am 4. November 1934 fanden ohne grosse Feierlichkeiten zwei Erröffnungsspiele statt. Mit klopfendem Herzen, aber physisch in bester Verfassung nach den vielen Fronarbeiten, traten wir in unserem stolzen schwarz/weissen Dress gegen Freidorf I und Sissach III an, welches gleich mit 4:0 Toren überfahren wurde. Die vielen auf die Badmatte gepilgerten Schaulustigen waren für uns ein Beweis, dass wir mit der Herstellung des Platzes, ohne jegliche fremde Hilfe, viel Sympathie gewonnen hatten. Die Eintrittspreise waren vorweg festgelegt worden: Herren Fr. -.50, Damen Fr. -.30 und Kinder 20 Rappen. Dies war der Beginn einer schönen, später manchmal ruppigen,Vereinsentwicklung.

Und so ging es weiter:

1935-1939

Eine Bewährungsprobe, die unsere beiden jungen Mannschaften glänzend überstanden. Das erste Team wurde 1935 kantonaler Meister der Serie 4 (alte Bez. für die 5. Liga) und im folgenden Jahr Gruppenmeister in der 5. Liga der schweizerischen Meisterschaft der Region NWS und stieg 1937, wiederum nach einer erfolgreichen Saison, in die 4. Liga auf.

Zur Sanierung der Clubkasse, denn wir hatten schon damals finanzielle Sorgen, fand am 15. Mai 1938 das erste Jura-Cup-Turnier tatt. Der Mitgliederbestand war inzwischen auf 3 Aktiv- und 78 Passivmitglieder angewachsen. Erstmals seit unserem bestehen hatten wir den Pachtzins rechtzeitig beisammen! 

1939-1945

Die turbulente Zeit der Grenzbesetzung. Während 2 Monaten stand der ganze schweizerische Fussballbetrieb still. Dann entschloss sich die Fussballobrigkeit, eine Mobilisationsmeisterschaft ohne Auf- und Abstieg durchzuführen, für welche wir nur eine Mannschaft meldeten. In der folgenden Saison wurde der normale Meisterschaftsmodus wieder aufgenommen. Zur Vorbereitung der jungen künftigen Wehrmänner, wurde der militärische Vorunterricht als Obligatorium erklärt,an dessen Prüfungen die Juniorenaltrigen vom FCO den rgionalen Einzelsieger stellten. 1942 schrie wieder einmal der Pleitegeier. Der als Novum in Oberdorf organisierte Silvesterball war ein finanzieller Erfolg und wurde in der Folge über ein Jahrzent hindurch wiederholt.
Oberdorf I wurde im Jahr 1943 4. Liga-Regionalmeister und promovierte in die höhere Spielklasse. In Anbetracht der momentanen Umstände fand keine offizielle Feier statt.

1942-1952

Eine Zeit des fundamentalen technischen Aufbaus. Nach zähen Verhandlungen mit dem Gemeinderat wurde uns endlich gestattet die neue Turnhalle bei der Sekundarschule für das Training zu benützen, unter der Bedingung dass kein Fussball gespielt werde! 1952 wagten wir, einen auswärtigen Spielertrainer in der Person von Noldi Hammel zu verpflichten und zwar für ein Monatshonorar von Fr. 60.- plus Bahnspesen von Basel. Die bis anhin immer wieder zum scheitern verurteilte Juniorenbewegung wurde gemäss den von Hammel in einem ehrwürdigen Basler Verein gesammelten Erfahrungen auf eine solide Basis restrukturiert und sicherte uns in den kommenden Jahren eine erfolgreiche Ablösung des alternden Kaders der Aktiven.

Neu war ebenfalls im Waldenburgertal, dass 1948 durchgeführte Sommernachtsfest mit internationaler Starbeteiligung. Unsere erste Auslandsreise fand 1952 nach St. Blasien (Schwarzwald) statt, wobei jeder Teilnehmer selber für seine Auslagen aufkommen musste.

1952-1960

In diesem Zeitabschnitt fiel im wesentlichen die Kündigung der Badmatte (20.6.53) und der Bau des Sportplatzes z'Hof. Volle 5 Jahre wurden alle Meister- und Freundschaftsspiele auf fremden Plätzen ausgetragen. Hin und wieder durften wir die Platzeinnahmen für uns behalten. In der letzten Saison dieser harten und unbequemen Zeit bestritten wir die Meisterschaft bereits schon wieder mit 2 Aktiv- und 2 Juniorenmannschaften. Der Vereinszugehörigkeitswille war intakt geblieben trotz den aussergewöhnlichen Verhältnissen. Am 15. November 1954 stimmte die Gemeindeversammlung dem vorgelegten Projekt z'Hof zu, welches eine gewaltige Erdbewegung, verlegen von mehreren Wasserleitungen und die Rohrlegung der Weigisbaches zur Folge hatte. Der FCO war mit 3850 Arbeitsstunden (natürlich ohne Lohnzahlung) an der Herstellung des Platzes ebenfalls beteiligt.

Der Sportplatz wurde offiziell am 16./17. August 1958 eingeweiht. An dem Zustandekommen der Anlage hatte unser Gründungsmitglied Ernst Binz, damaliger Finanzchef im Gemeinderat, erheblichen Anteil. In Anbetracht der hohen Mehrkosten, wurde der Bau des im Projekt vorgesehenen Garderobengebäudes auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. 

Mit der Uebernahme des neuen Platzes begann für den FCO eine Epoche der Breitenentwicklung sowie wine ausgeprägte Steigerung des technischen Könnens. 1958 wurden die Junioren B Regionalmeister.

1960-1970 

Ein Zeitabschnitt der Auf- und Abstiege. Nach achtjähriger erfolgreicher Aufbauarbeit gab Trainer Hammel seinen Posten auf. Als Nachfolger und auf Probe engagierten wir Heini Keller, ex FCB, der dann bis 1964 sein Amt ebenfalls mit viel Autorität und Erfolg ausübte. Nachdem 1961 die erste Mannschaft den Aufstieg in die 2. Liga nur knapp verpasst hatte, gelang ihr der grosse Wurf in der folgenden Saison. Die Zugehörigkeit zur obersten ZUS-Spielklasse gab dem Club in jeder Hinsicht einen weiteren Aufschwung. Doch leider musste dieses Team nach der 2. Saison, mangels genügend talentiertem Nachwuchs, wieder absteigen. 1969, mit einer praktisch neuen Formation wurde der Aufstieg, wiederum mit Keller, neuerdings erkämpft.

Das Garderobengebäude durften wir 1968 übernehmen und ein Jahr später wurde der Sportplatz mit 6 Kandelabern und den nötigen Schweinwerfern versehen die uns gestatteten, Nachtspiele abzuhalten. 
1960 gelangte erstmals das inzwischen zur Tradition gewordene Grümpelturnier zur Durchführung, welches wir heute vom rein finanziellen Aspekt aus nicht mehr wegdenken können. 
Das erste Cluborgan wurde 1962 herausgegeben. Die 1965 neu organisierte Seniorenbewegung konnte sich nach den überstandenen Anfangsschwierigkeiten durchsetzen und ist heute ein wesentlicher Bestandteil des FCO.

1970-1980

Eine recht wechselvolle Periode in den Aemtern der Präsidenten und Trainer. Die ungenügende Leistung der 1. Mannschaft wurde 1971 mit dem Abstieg in die 3. Liga quittiert. Zwei Jahre später kämpfte die 2. Mannschaft um den Aufstieg in die 3. Liga. Ein ganzer Erfolg blieb leider aus. Der Spielerbestand nahm 1973 erfreulicherweise stark zu, sodass erstmals mit 9 Mannschaften die Meisterschaft bestritten wurde. In den nächsten Jahren waren die Erfolge recht unterschiedlich, jedes Team, mit Ausnahme der Junioren, hatte seine "Hoch- und Tiefflüge".Die Ligazugehörigkeiten konnten erhalten bleiben, wobei die Mannschaften nur allzu oft im "Zitterclub" steckten. Die einsatzfreudige Azzuri-Elf (Circolo) wurde dem Club 1970 definitiv angegliedert.

1973 stand auf den Plakaten: - 40 Jahre FC Oberdorf - 
Es war ein unvergesslicher Anlass, der seinen Höhepunkt in einem festlichen Abend mit einem gediegenen Jubiläumsfeier erreichte. 

stehend von links: Scacchi Roland (Trainer) Buser Werner, Bachmann Ernst, Riedo Hans-Peter, Voisard Roger, Thommen Rolf, Scacchi Marcel, Spinnler Stefan, Cascini ernesto, Fareri Mauro.

Kniend von links: Marti Andreas, Bader Georg, Hofer Martin, Forni Antonio, Fussinger Edi, Lägeler Stephan, Thommen Roland, Ferraro Franco.